West-östlicher Diwan

Exposé

Der „West-Östliche Diwan” wird zweihundert Jahre alt.

Verschiedenheit zu akzeptieren heißt, das Fremde nicht als Gefährdung der eigenen Identität zu verstehen. Menschen aus dem deutsch-westfälischen und arabisch-persischen Sprachraum zeigen an zwei Tagen, wie es sich am angenehmsten mit der Andersartigkeit des Nachbarn leben lässt. 

Der West-Östliche Diwan setzt auf Neugier und Austausch. Neugier auf die Schönheit und die Poesie arabisch-persischer bzw. nieder- und hochdeutscher Literatur und auf die überwältigende Vielfalt der Kunst, der Musik und des Tanzes beider Kulturkreise. Durch das gemeinsame Eintauchen entsteht ein Gefühl der Gleichrangigkeit – Grundlage für ein friedliches Zusammenleben. Wer den inneren Blick befreit, beurteilt anders. 

Der Diwan setzt zum dritten Mal ein klares Signal gegen nationalistische Einflüsse und beweist, wie kosmopolitisch die Münsteraner:innen denken. 

„Heimat hat offene Arme, sie grenzt nicht aus, sie schließt ein. Heimat entwickelt sich weiter.”

Ina Scharrenbach, NRW-Heimatministerin

Sa 12.09., 20-24 Uhr

Am Vorabend, bevor der Markt beginnt, bieten die auf dem Domplatz ausgebreiteten Teppiche den perfekten Ort fürs erste Treffen bei chillig-jazzigen Heimatklängen und Sternenbeobachtung. Ein Spökenkieker weissagt aus einer Glaskugel, während eine unbekannte Frau im schwarzen Tschador über ein Cello streicht. In der Dunkelheit wird der Dom illuminiert mit Zitaten aus Goethes und Hafis Gedichten.

 

So 13.09., 16-20 Uhr

Goethe und Hafis bilden auch am zweiten Tag als Großskulpturen den optischen Mittelpunkt des Domplatzs. Unter ihren Füßen breitet sich das kulturelle Leben aus. Nordsyrischer Folk trifft auf die plattdeutsche Gruppe Strauhspier, eine orientalische Kanun-Spielerin auf gesungene Legenden aus dem Münsterland. Ein arabischer Kiepenkerl gießt dem Bauern Schulte-Brömmelkamp aus Kattenvenne ein paar Klare ein. Hafis Gedichte in deutsch werden in eigenwilliger Weise auf der Merlin interpretiert und ein irakischer Klarinettist schafft es, Westfalen zum Tanz zu bewegen. 

Auf Märcheninseln lassen sich Kinder und Erwachsene verzaubern von „Grimms Märchen” aus dem Munde persischer Geschichtenerzähler:innen. Deutsche Erzähler:innen berichten von Sindbad und von Dschinns aus verzauberten Flaschen.

Idee und Umsetzung: Thomas Alexander Nufer
Schirmherrschaft: Oberbürgermeister Markus Lewe
Projektträger: Eine-Welt-Forum Münster e.V.